Als ich heute wieder munter meine Tweets nach interessanten und witzigen Sachen durchforstete, stieß ich auf einen interessanten Artikel von Gulli zum Thema "Werte 2.0". In einer moderierten Diskussion kamen hier Vertreter von Seiten der Netz Community und von den "etablierten Labels und Verwertungsgesellschaften" zusammen um zu streiten und eben auch Lösungen zu finden. Das wie so oft bei solchen Diskussionen erstens die Zeit viel zu knapp ist und sowieso mehr gestritten und auf Standpunkte verharrt wird, brauche ich wohl nicht erst zu erwähnen (was ich ja gerade trotzdem getan habe). Ich möchte jetzt nicht näher auf die anwesenden Personen eingehen, denn dazu gibt es einen sehr schönen Artikel auf gulli.com.
Genau dieser Artikel enthält auch ein 90-minütiges Video über dieses "Diskussionspanel" auf der c/o pop. Ich kann jedem der die Zeit entbehren kann nur empfehlen, sich einmal eine solche Diskussion zu Gemüte zu führen. So wie ich es tat, um nun meine Gedanken darüber hier zu verewigen (denn das Netz vergisst nichts).
Konservativ Versus Progressiv
Zur Diskussion steht folgende Aussage/Inhalt:
Ein einmal eingestelltes Immaterialgut (Filme, Musik, Bücher...) ist für immer im Internet verloren und gehört zwar noch dem Urheber, aber es darf fleißig kopiert werden ohne das ein Strafbestand vorliegt.
Dass das Werk auch nach einem (unwiderruflichen) Einstellen in das Internet weiterhin dem Urheber gehört, wurde auch in der Diskussionsrunde von niemandem angezweifelt. Während Vertreter der "Etablierten" (Anm.: Gemeint sind Verwerter, Labels und andere "etablierte" Vereinigungen der Immaterialgüter/Kreativ-Industrie) darauf beharren, dass trotz einer Unvermeidlichkeit des Kopierens, hier der Urheber bestohlen wird, zweifelt Herr Hufgard von den "Musikpiraten" dies an. Dabei kommt es schnell zu ersten Unmutsbekundungen im Publikum, in dem sich auch viele Künstler befinden.
Es ist die Frage, ob etwas nicht strafbar ist, weil ich es nicht vermeiden kann. Beantwortet man diese Frage mit dem Gesetz, so werden die "Etablierten" hier auch Recht bekommen. Genauso, sollte man nicht einfach verlangen, dass Künstler hier ungefragt ihre unter Umständen mit vielen Kosten produzierte Werke einfach frei zugänglich machen. Auch Creative Commons setzt hier Grenzen für die Nutzung, die keineswegs kleiner sind als das Urheberrecht an sich. Auch gegen CC kann man verstoßen, auch hier kann man frei kopieren.
Eine Lösung wird scheinbar dringend gesucht. Ausnahmsweise sind sich alle einig: Es wird sich noch viel verändern. Es wird weiter getauscht und kopiert und trotzdem wird es ehrliche Kunden geben, die für ihre Lieblingsmusik und -filme gerne bereit sind etwas zu Investieren.
Lösungen werden nicht schlagartig wirken. Auch werden es wohl eher viele kleine Änderungen sein in einem komplexen Themengebiet als eine Große. Abschließend möchte ich ein paar Gedanken einwerfen. Vielleicht sind es ja mögliche Lösungen. Entscheidet es selbst und kommentiert fair und konstruktiv meinen ersten Blog.
Lösungen / Anregungen / Gedanken:
- Kinder und Jugendliche zu Belangen sei nicht das Ziel, so sagte selbst der Gema-Vertreter. Dies kann sich nur als richtig erweisen, denn wo Jugendliche kein Geld zur Verfügung haben, sind sie doch später die zahlenden Kunden.
- Kultur, und dazu zähle ich auch billigste Popmusik und B-Movies, bereichern die Gesellschaft. Auch das Internet hat durch die vielen Filme und Musik viele interessante, spannende und lustige Fasetten hinzubekommen. Wichtigstes Ziel einer Lösung sollte es sein diesen Zustand zu erhalten. (PUNKT, hier erfolgt keine Lösung)
- Ein Künstler muss nicht von seinen Werken leben können. Genauso wenig muss der Staat dafür sorgen, dass die veraltete Geschäftsmodelle überleben. Trotzdem hat er die Aufgabe geltendes Recht anzuwenden und in einer Sozialen Markwirtschaft einzugreifen, wenn der Markt erkrankt.
- Gesetzliche Regelungen müssen angepasst werden. Geschäftsmodelle erweitert werden um neue Umsätze zu generieren. Die Kreativen im Lande werden nicht ruhig da sitzen und warten bis Politik oder Gema eine Lösung finden. Man sagt, dass viele Wege nach Rom führen und genau dies gilt auch bei diesem "digitalen Dilemma". Wir brauchen gute Musik, wir brauchen gute Filme und viele sind dazu bereit dafür zu bezahlen. Solange dies so ist, wird der Markt eine Lösung finden. Ja, sicher auch die Politiker, wenn die Lobbyisten ihnen ein Gesetz vorbereiten ;-)
- Stellt ein Künstler seine Musik selbst ein, wie in Youtube, dann sollte man nicht erwarten, dass diese auch nicht weiterkopiert wird. In diesem Falle findet man keinen Täter.
Ich kaufe gerne. Ich bin Konsument. Ich lebe die Marktwirtschaft. Ja, ich gebe es zu! Aber nur wenn man es sich leisten kann, kann man auch dafür zahlen. Trotzdem gibt es viele Ausnahmen in denen Leute nicht zahlen können oder wollen. Es wird wohl noch lange ein Thema bleiben und es wird heiß her gehen. Ich zumindest habe mir bei diesem Artikel schwer den Kopf zermartert und hoffe, dass es wenigstens beim Lesen angenehmer wird.

Es ist in jedem Fall richtig sich einzumischen!
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